Kein „Aus“ für den Nationalpark – Fehlinterpretation des Schreibens des Umweltministeriums

Teutoburger Wald und Eggegebirge eignen sich als NationalparkDer Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge sieht die Planungen für einen Nationalpark in Lippe durch ein Schreiben eines Abteilungsleiters des Umweltministeriums NRW an Prinz Stephan zur Lippe nicht gefährdet. In dem jetzt bekannt gewordenen Schreiben wird erwähnt, dass ein Nationalpark ohne die Waldgebiete des Prinzen zur Lippe nicht realisierbar sei. Dies widerspricht den fachlichen Einschätzungen. „Ein Nationalpark lasse sich auch mit den Flächen realisieren, die im Besitz des Landes und des Landesverbands Lippe sind.“ so Dr. Ute Röder, Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge. Eventuell fehlende 1.730 ha des Prinzen könnten durch die angrenzenden 2.273 ha Staatsforstflächen ersetzt werden, denen das Gutachten der LANUV eine Eignung als Nationalparkfläche bescheinigt. Der Landesverband Lippe wird nach Erstellung eines Gutachtens zur Wirtschaftlichkeit des möglichen Nationalparks zu diesem Thema entscheiden. Ob die Flächen des Landes zur Verfügung stehen, darüber sei ebenfalls noch nicht entschieden. Dies ist eine politische Entscheidung des Landtages und nicht die eines einzelnen Abteilungsleiters. Der Landtag hat sich mit diesem Problem noch nicht befasst.

Schon in früheren Gesprächen des Kreises Lippe mit dem Umweltministerium war dem Kreis dargestellt worden, dass die Schaffung eines Nationalparks Siebengebirge oberste Priorität hat, der gegenüber der Kreis Lippe zurückstehen müsse; danach aber könne er mit „Gleichbehandlung“ rechnen. Dies rechtfertigt, so Dr. Röder, allenfalls eine zeitliche Zurückstellung der Realisierung, aber nicht die abrupte Beendigung der Meinungsbildung zum Nationalpark Lippe, zumal sich die Landesregierung einer EMNID-Umfrage zufolge damit über den Willen von 86 % der Wahlberechtigten in Ostwestfalen-Lippe hinwegsetzen würde.

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