Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge e.V. fordert auf Jahreshauptversammlung das geplante COE-Bauvorhaben auf dem TÜP Senne zu stoppen

Jahreshauptversammlung 2009Im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge, die am Samstag, den 25. April im Restaurant „Schlosswache“ im Schloss zu Detmold stattfand, stand die Frage, wie der geplante Bau zusätzlicher Kampfdörfer und Panzerstraßen auf dem Truppenübungsplatz Senne verhindert werden kann.

In einer Resolution wurden britische Verlautbarungen zurückgewiesen, denen zufolge die befürchteten Schäden für das Ökosystem im FFH- und Vogelschutzgebiet der Senne nicht eintreten oder durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden könnten. Im Gegensatz dazu seien unabhängige Experten zu dem Schluss gekommen, dass die Auswirkungen der britischen Planungen in erheblichen Teilen mit deutschem und europäischem Natur-, Umwelt- und Lärmschutzrecht nicht vereinbar sind. Dr. Ute Röder, Vorsitzende des Fördervereins erklärte: „Die im Auftrag der Briten erarbeiteten Gutachten sind fehlerhaft und in wesentlichen Teilen auch falsch. Ein Hauptmangel ist, dass die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung möglicher Alternativen mit geringerer Schadenswirkung gänzlich fehlt.“

Der Förderverein will deshalb auch rechtliche Schritte einleiten, wenn die Planung zusätzlicher Kampfdörfer und Panzerstraßen fortgesetzt wird. Ein auf dem Gebiet des europäischen Umweltrechts renommierter Jurist ist bereits im Auftrag des NABU-Landesverbands und des Fördervereins Nationalpark tätig.

Ganz entschieden weist der Förderverein den Vorwurf zurück, die Ablehnung neuer Kampfdörfer und Panzerstraßen sei verantwortungslos, weil es für die Soldaten hierbei „buchstäblich um Leben und Tod“ gehe. Im Umkehrschluss stellt der Förderverein die Frage:  „Ging es nicht um Leben und Tod in den vergangenen sieben Jahren, die der Krieg in Afghanistan schon andauert? Wurden die Soldaten in dieser Zeit ohne ausreichende Ausbildung in den Kampf und Tod geschickt? Und geht es nicht um Leben und Tod in den nächsten Jahren bis 2013, bis ggf. die geplanten Übungsbauten errichtet sind?“ Prof. Otto: „Wir haben keine Zweifel, dass britische Soldaten auch jetzt schon, zum Beispiel durch Übungen in den Kampfdörfern von Wiltshire auf dem Truppenübungsplatz Salisbury Plain, bestens ausgebildet in den Kampf ziehen – und das beweist, dass die Ausbildung für Afghanistaneinsätze nicht in der Senne stattfinden muss.“

Der Förderverein fordert die Britische Regierung und die Britische Rheinarmee auf, das geplante COE (Contemporary Operating Environment) Bauvorhaben zu stoppen. Die Mitglieder fordern die Abgeordneten des Landtags NRW und des Bundestags, die zuständigen Ministerien der Landes- und Bundesregierung und die Parteien auf, ihre Verantwortung für das Naturerbe Senne und die dort lebenden Menschen wahrzunehmen und von den Verantwortlichen der Britischen Rheinarmee zu fordern, dass sie ihr Bauvorhaben auf dem Truppenübungsplatz Senne aufgeben.

Der Förderverein akzeptiert die weitere Nutzung der Senne für Übungen des britischen Militärs, wenn das schutzwürdige Gebiet zugleich in einen Nationalpark Senne-Eggegebirge eingebracht wird und die militärischen Übungen nicht über das bisherige Ausmaß hinaus ausgeweitet werden.

Ein weiteres Thema auf der Versammlung war der geplante Nationalpark Teutoburger Wald-Eggegebirge im Kreis Lippe. Nach einem Vortrag von Dr. Bockwinkel von der NZO GmbH und Helmut Diekmann vom Kreis Lippe verabschiedete die Versammlung hierzu ebenfalls eine Resolution. Hier fordert der Verein alle gesellschaftlich relevanten Gruppen, die Flächenbesitzer und die Politik auf, konstruktiv an einer ökologisch und ökonomisch tragfähigen Gesamtkonzeption zu arbeiten. Auch das Land NRW soll die weiteren Planungen unterstützen sowie Landesflächen für den Nationalpark oder als Tauschflächen bereitstellen und das Projekt mit dem gleichen Nachdruck und Engagement wie den geplanten Nationalpark Siebengebirge behandeln.

Der Nationalpark Teutoburger Wald-Eggegebirge bietet für die Region eine einmalige Chance. „Dieser Meinung schließen sich nach der repräsentativen EMNID-Umfrage des Fördervereins auch 86 % der Bevölkerung an, die einen Nationalpark befürworten. Entsprechend dem Votum der Bevölkerung sollten wir die Chance gemeinsam nutzen“, so Ute Röder.

Die geplanten Bauvorhaben auf dem TÜP Senne zu verhindern, z. B. ging letzte Woche ein Brief an Prinz Charles heraus, sowie den geplanten Nationalpark Teutoburger Wald-Eggegebirge zu fördern werden auch die beiden wesentlichen Schwerpunkte der Aktivitäten des Vereins in diesem Jahr sein, betonten die beiden Vorsitzenden, Karl Otto und Ute Röder.

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