Keine neuen Kampfdörfer in der Senne

Die Delegation aus NRW vor dem Brandenburger TorUmweltschutzverbände übergeben Bundesumweltminister Röttgen 14.000 Unterschriften gegen Ausbaupläne der Briten auf dem Truppenübungsplatz Senne.

Eine kleine Delegation von BürgerInnen und Vertretern nordrhein-westfälischer Naturschutzverbände übergab am Freitagmittag der Staatssekretärin Frau Heinen-Esser in Vertretung des Bundesumweltministers Herrn Röttgen im Umweltministerium in Berlin 14.000 Unterschriften gegen den weiteren militärischen Ausbau des Truppenübungsplatzes Senne in Ostwestfalen. In einem beigefügten Offenen Brief an den Minister präzisierten Aktionsbündnis und Verbände ihre Forderungen und baten um Weiterleitung des Briefes an den Finanz- und auch an den Verteidigungsminister.

Bei der Übergabe der Unterschriftenlisten wies Dr. Ute Röder vom Landesvorstand des NABU NRW darauf hin, dass der Truppenübungsplatz Senne (12.300 ha) mit seinen über 5.000 Tier- und Pflanzenarten, davon jede 5. auf der roten Liste, aus naturschutzfachlicher Sicht eines der wertvollsten in Gebiete in NRW ist und europaweite Bedeutung besitzt. Als Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge forderte sie den Minister auf: Setzen Sie sich dafür ein, dass die Senne bald zum Nationalpark ausgewiesen wird. Nach einer EMNID Umfrage wollen in der Region 86 % der Bürgerinnen und Bürger den Nationalpark.

Karsten Otte ergänzte als Sprecher der Naturschutzverbände: “Herr Minister, helfen Sie mit, dass der einstimmige Beschluss des Landtages NRW aus dem Jahr 1992 endlich umgesetzt wird: Die Senne muss Nationalpark werden! Es ist für uns unerträglich, dass nach der jüngsten Vereinbarung zwischen Bund und Land aus dem vergangenen Herbst der Naturschutz der militärischen Nutzung untergeordnet wird.“

Als Sprecher des Aktionsbündnisses ‚Keine neuen Kampfdörfer in der Senne’ sprach Marcus Foerster für die Bürgerinnen und Bürger der Anrainerkommunen und erklärte: „Für uns Bürger am Sennerand ist eine Intensivierung der Nutzung des Truppenübungsplatzes durch die Briten mit noch mehr Panzer- und Gefechtslärm einfach nicht länger hinnehmbar. Genug ist genug!“

Wilfried Sticht vom Naturwissenschaftlichem Verein Paderborn stellte an den Minister eine von den Menschen der Region immer häufiger gestellte Frage: „Ist es wirklich vertretbar, dass die britische Rheinarmee für weitere Generationen dieses wertvolle Gebiet im Zentrum Deutschlands 65 Jahre nach Kriegsende für weitere Generationen als Übungsplatz für ihre Auslandseinsätze nutzt?“

Und Fritz Buhr als Sprecher der Paderborner Natur- und Umweltschutzverbände forderte: „Wir müssen anfangen uns Gedanken darüber zu machen, wie wir den Einstieg in den Ausstieg der militärischen Nutzung der Senne gestalten können. Dabei wäre die Möglichkeit einer so genannten Doppelnutzung (Nationalpark schon während der Zeit der militärischen Nutzung) auch wirtschaftlich ein gangbarer Weg. In England gibt es dafür bereits gute Beispiele.“

Im Anschluss an das im Ministerium konstruktiv geführte Gespräch, bei dem die Vertreter der Naturschutzverbände ihre Argumente noch mal darstellten, erklärte die Staatssekretärin Frau Heinen-Esser, dass sie sich dafür einsetzen wird, den Dialog zwischen den Beteiligten zu verbessern.

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