Diskussion um Arbeitsplätze durch Nationalpark verfrüht

Wanderer im Furlbachtal

Der Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge hält die Behauptung der IHK Detmold, ein Nationalpark gefährde „fast 3000 Arbeitsplätze“, für fragwürdig und verfrüht. Dr. Karl A. Otto, der Vorsitzende des Vereins meint: „Es gibt derzeit keine fundierten Zahlen, sondern nur Behauptungen.“ Die Angaben der IHK Detmold beruhen auf einer Befragung von rund 2000 Betrieben der Region. Von diesen haben aber nur etwa 160 geantwortet und davon erklärten sich schließlich 77 Unternehmen betroffen. Wie viel Betriebe von einem Nationalpark auch profitieren werden, wurde von der IHK offenbar gar nicht erst erfragt. Es gibt also zweifellos Klärungsbedarf.

Aus diesem Grund hat der Kreis Lippe vor einigen Monaten die renommierte Unternehmensberatung Roland Berger beauftragt, konkret zu untersuchen, ob und ggf. wie viele Arbeitsplätze gefährdet sind, wenn das bisherige Holzangebot aus dem künftigen Nationalparkgebiet entfällt. Das Ergebnis der Untersuchung wird in den nächsten Wochen vorliegen und sollte abgewartet werden. Otto meint aber: „Schon jetzt steht fest, dass durch den Umbau des Waldes mindestens 20 Jahre mehr Holz auf den Markt kommen wird als jetzt. Wenn aber, wie behauptet wird, die Arbeitsplatzsicherheit in der Holzwirtschaft vom regionalen Holzangebot abhängt, wie kann es dann sein, dass mehr Holz zu weniger Arbeitsplätzen führt?“

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Diese unbewiesenen Behauptungen der IHK Lippe zu Detmold 2.800 Arbeitsplätze der holzverarbeitenden Gewerbe/Industrie würden durch eien Nationalpark in der Region gefährdet ist wieder ein Beweis dafür, wie einseitig und interessengeleite diese Kammer handelt ohne wirklich gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Ganz zu schweigen davon, wie wenig die IHK die Interessen aller ihrer Mitglieder vertritt.
    Ich finde das ist Grund genug für die vielen nicht brüskierten und nicht berücksichtigten Mitglieds-Interessen, sich gegen die Zwangsmitgliedschaft zur Wehr zu setzen z.B indem Kammer-Beiträge verweigert – oder auf Sperrkonten eingefroren werden.

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