Nachruf des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge e.V. zum Tode von Karl Friedrich Sinner

Die Nachricht vom plötzlichen Tod haben wir mit großer Trauer aufgenommen. Wir verlieren mit Karl Friedrich Sinner (Foto: 4. von rechts) einen vertrauensvollen Berater für unser Projekt des Nationalparks Senne. Viele Jahre haben wir uns rege austauschen können, und er stand uns mit Rat und Tat zur Seite. Für uns ist er der ausgewiesene Fachmann mit tiefem, fundiertem Wissen, einer großen Liebe zu Natur und Wildnis und einer unerschütterlichen Überzeugung für den Wert des Naturschutzes für unsere Region gewesen. Seine überzeugenden, fesselnden, manchmal fast philosophisch gefassten Vorträge mit traumhaft schönem Foto- und Filmmaterial konnten die Erkenntnisse über die vom Menschen unbeeinflusste Entwicklung der Natur der Bevölkerung nahebringen, wie kaum ein anderer.
Seine jahrelangen Erfahrungen als Leiter des ersten Nationalparks in Deutschland, Nationalpark Bayerischer Wald, und als stellvertretender Vorsitzender von Europarc Federation e.V. (die Europäische Föderation der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks ist die Dachorganisation der europäischen Schutzgebiete) – Nationale Naturlandschaften haben ihn weit über den Tellerrand blicken lassen. Wie viele internationale, europäische und nationale Nationalparkprojekte hat er mit seinem unermüdlichen Engagement begleitet? Es lässt sich gar nicht beziffern.
Wir schätzten an Karl Friedrich Sinner sein konstruktives, ehrliches, lebendiges und integres Auftreten, seine Menschlichkeit, seine Wärme und das Herzblut eines Forstmannes für den Naturwald, den naturgemäßen Waldbau sowie die konsequente Vertretung der Naturschutzinteressen. Wie kein anderer baute er dazu die Brücken und verhandelte auf Augenhöhe.

Wir können seine vor kurzem in der Diskussion um einen dritten Nationalpark in Bayern getroffenen Aussagen nur unterstreichen:
Mit einem Flächenanteil von nur 0,6 Prozent für Nationalparks stehe Deutschland im europäischen Vergleich „an letzter Stelle“, kritisierte Sinner. Beim Umweltschutz gelte hierzulande schnell der Grundsatz „not in my backyard“ – „nicht in meinem Hinterhof“. In der Dritten Welt, so Karl Friedrich Sinner, „wollen wir die Wälder schützen, am Amazonas und in Indonesien“. Aber in unserer eigenen Heimat würde im Zweifel die Bevölkerungsdichte als zu hoch angesehen, als dass Platz wäre für ein Naturschutzgebiet wie den Nationalpark.“

Erdmute von Voithenberg – Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge

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