Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge e.V. trauert um Karl Friedrich Sinner

Eine bedeutende Stimme für den Naturschutz in Deutschland und gerade auch in OWL

Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod hat der Förderverein mit großer Trauer aufgenommen. Karl Friedrich Sinner hat sich nachdrücklich für die Errichtung eines Nationalparks Senne eingesetzt und den Förderverein ermuntert, sich intensiv für das Projekt zu engagieren. Er sprach für Europarc, den Dachverband der Nationalparks auf europäischer und nationaler Ebene, und machte deutlich: „Der Nationalpark Senne hat gegenüber allen anderen Nationalparks in Deutschland das Alleinstellungsmerkmal der einzigartigen Alten großen Heide- und Offenlandflächen, die in Deutschland, aber auch europaweit von ganz besonderer Bedeutung sind. Deshalb gilt für eine Ausweisung und Umsetzung des Nationalparks Senne das Leitbild „Erhaltung der Alten Heide- und Offenlandflächen und Schaffung Neuer Wildnis in den Waldgebieten““. Diese sollen für die Öffentlichkeit mit Wanderwegen erlebbar gemacht und wie in allen Nationalparks sollen in einem Nationalpark Senne die großen Chancen für eine touristische Erschließung mit einem attraktiven Wegenetz und Informationseinrichtungen genutzt werden.

Das Credo von Herrn Sinner für die Senne: Für den Nationalpark Senne reichen 50 % der Fläche als „Prozessschutzfläche“, die wertvollen Offenland- und Heideflächen in der Senne (ca. 40 %) bleiben so im Nationalpark erhalten. Das Land NRW würde die benötigten Mittel bereitstellen, um sowohl die Heidelandschaft zu pflegen, also auch eine Erschließung für Erholung und Tourismus zu ermöglichen.

Karl Friedrich Sinner setzte sich mit dem Herzblut eines Forstmannes für den naturgemäßen Waldbau und die Vertretung von Naturschutzinteressen ein. Wie kein anderer verstand er es, Brücken zwischen unterschiedlichen Standpunkten zu bauen. Seine Aussage „Mit einem Flächenanteil von nur 0,6 Prozent für Nationalparks steht Deutschland im europäischen Vergleich an letzter Stelle“ zeigt, wieviel im Sinne der Biodiversitätsstrategie noch zu tun bleibt. In der Dritten Welt, so Karl Friedrich Sinner, „wollen wir die Wälder schützen, am Amazonas, in Jamaika und in Indonesien, aber in unserer eigenen Heimat würde im Zweifel die Bevölkerungsdichte als zu hoch angesehen, als dass Platz wäre für ein Naturschutzgebiet wie den Nationalpark.“

Aus Wikipedia:
Karl Friedrich Sinner (* 16. April 1946 in Aschaffenburg; † 18. März 2017 in Langensendelbach) war ein deutscher Forstmann und Naturschützer. Von 1998 bis 2011 leitete er die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald. Er war stellvertretender Vorsitzender von EUROPARC Deutschland e.V., Pfalzburger Str.43/44, D-10717 Berlin

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