Trotz Streichung aus dem LEP: Nationalpark bleibt auf der Tagesordnung!

Wie angekündigt hat der Landtag NRW am 12. Juli den Nationalpark Senne aus dem Landesentwicklungsplan (LEP) gestrichen. Damit sei der „Nationalpark Senne offiziell begraben“, titelte danach die Lippische Landeszeitung. Der Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge e.V. hat diese Entscheidung scharf kritisiert. Über 18.000 Einwendungen gegen die LEP-Änderung werden damit vom Tisch gewischt. Dass noch 2018 nach einer repräsentativen Befragung über 85 % der Menschen in NRW einen Nationalpark in der Senne befürworteten, wird einfach ignoriert. 

Das Projekt eines Senne-Nationalparks wurde damit aber nicht begraben! Mit ihrem Kommentar liegt die Lippische Landeszeitung falsch. Einzig die Option im LEP wurde gestrichen. Die Planung eines Nationalparks in der Senne nach dem Ende der militärischen Nutzung ist selbstverständlich weiterhin möglich. Wenn die Nutzung durch die Briten beendet ist, muss die Frage eines passenden Schutzstatus für dieses wertvollste Naturgebiet in NRW wieder auf die Tagesordnung. Nach den Gutachten des zuständigen Landesumweltamtes LANUV sowie Studien von Naturschutzfachleuten bleibt „Nationalpark“ dann weiterhin der am besten geeignete Schutzstatus für die Senne. Daran hat sich durch die Entscheidung des Landtages nichts geändert!

Hinzu kommt, dass auch die Regionalplanung in OWL weiterhin an dem Ziel Nationalpark festhält. „OWL verfolgt weiterhin die politische Absicht, durch Festlegungen im Regionalplan den Biotopkomplex Senne so zu erhalten, dass eine Unterschutzstellung als Nationalpark – nach Aufgabe der militärischen Nutzung oder soweit mit dieser vereinbar – möglich ist“, hieß es noch 2018 in einer gemeinsamen Stellungnahme von CDU, SPD und FDP im Regionalrat. Auch nach einer Streichung im LEP könne dieses Ziel weiter verfolgt werden.

Es gibt also für den Förderverein überhaupt keinen Grund, seinen Einsatz für den Nationalpark einzustellen. Im Gegenteil: Die angekündigte Intensivierung der militärischen Nutzung mit möglichen Einsätzen von Panzertruppen erfordern verstärkte Schutzanstrengungen für die sensible Senne-Natur. Der Förderverein fordert deshalb die Landesregierung auf, ihrer Verantwortung für den Schutz dieses international bedeutsamen Naturgebietes gerecht zu werden.

Soll die Option für eine Aufnahme der Senne in das Nationale Naturerbe – wie sie das Land NRW weiterhin anstrebt – erhalten bleiben, muss die Naturschutzarbeit auf dem Truppenübungsplatz mindestens auf dem bisherigen Niveau fortgeführt und in Anbetracht der angekündigten intensiveren militärischen Nutzung noch verstärkt werden.

Links:  

– Bericht der Lippischen Landeszeitung: https://www.lz.de/ueberregional/owl/22507074_Plaene-fuer-Nationalpark-Senne-offiziell-begraben.html

– Vorlage der Landesregierung zur LEP-Änderung: Vorlage 17/1832 

– Bericht im Westfalenblatt zur Aufnahme des Nationalparks in die Regionalplanung: https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Kreis-Lippe/Detmold/3362772-Es-geht-darum-dass-wir-uns-die-Chance-auf-einen-Nationalpark-erhalten-Region-schreibt-Nationalpark-nicht-ab