Volksinitiative Artenvielfalt NRW: Schon mehr als 70.000 Unterschriften gesammelt

Positive Halbzeitbilanz – bis Juni weiter sammeln!

Die drei großen NRW-Naturschutzverbände BUND, LNU und NABU ziehen eine positive Halbzeitbilanz der im Juli 2020 gestarteten Volksinitiative Artenvielfalt NRW. Trotz großer Beschränkungen der Aktivitäten durch die Corona-Pandemie wurde die formale Hürde von mindestens 66.000 Unterschriften schon jetzt genommen.

Bis Juni 2021 soll weiter gesammelt werden, um dann im Sommer mit Nachdruck das Anliegen förmlich in den Landtag einzubringen. Die anhaltende Untätigkeit der Landesregierung zum Insektenschutz muss beendet und mehr Artenvielfalt muss ermöglicht werden.

Mit ihrer Initiative „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ legen die Verbände acht zentrale Handlungsvorschläge zur Förderung der biologischen Vielfalt in NRW vor. Eine der Forderungen ist die zukünftige Ausweisung eines Nationalparks Senne.

Die breite Unterstützung zeigt bereits, wie wichtig der Öffentlichkeit das Thema ist. Insektensterben und Artenschwund bewegen die Menschen. Ähnlich wie beim Klimawandel spüren viele sehr genau, dass große Veränderungen im Gange und elementare Lebensgrundlagen gefährdet sind. 85 weitere Umwelt- und Naturschutzverbände, Vereine, Parteien sowie Organisationen haben sich inzwischen der Initiative angeschlossen und unterstützen die Forderungen.

Die notwendige Anzahl an Unterschriften ist zwar geschafft, aber wir wollen eine deutlich höhere Stimmenzahl – über 100.000 – erreichen. Die Unterschriftenlisten kann jede/r selbst ausdrucken und dann im Familien- und Freundeskreis – und hoffentlich bald wieder öffentlich an Ständen – Unterschriften sammeln und zeitnah an die auf den Listen angegebene Adresse einsenden!

Dr. Heide Naderer, NABU-Landesvorsitzende: „Diese große Resonanz selbst unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie freut uns sehr. Vor allem das große ehrenamtliche Engagement unserer Aktiven und Unterstützer*innen hat zu diesem Erfolg beigetragen – dafür danken wir sehr! … Mit diesem klaren Votum im Rücken fordern wir die Landesregierung auf, den Schutz der Artenvielfalt endlich in den Fokus der nordrhein-westfälischen Naturschutz- und Nachhaltigkeitspolitik zu stellen.“

Holger Sticht, BUND-Landesvorsitzender: „Wir setzen die Artenvielfalt auf die Tagesordnung der Landespolitik. … Unser Einsatz ist umso wichtiger, als auch die Bundesregierung entgegen allen Ankündigungen kein wirksames Insektenschutzprogramm zustande bekommt. … Wichtige Zeit geht verloren und die NRW-Landesregierung schaut wie unbeteiligt zu, anstatt sich einzumischen und positiv voranzugehen. “Mark vom Hofe, LNU-Vorsitzender: „Blicken wir nach Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachen und Brandenburg dann sehen wir: Überall dort, wo die Naturschutzverbände Volksbegehren oder Volksinitiativen auf den Weg gebracht haben, sind in der Folge große und wichtige Debatten entstanden und ist es bei aller Unterschiedlichkeit im Detail zu konkreten Beschlüssen und Veränderungen gekommen. Das ist auch unser Ziel für NRW…“