Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplans

Als Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge e.V. nehmen wir zum geplanten Regionalplanentwurf OWL (Entwurf v. 5.10.2020) sehr detailliert und kompetent Stellung, nachzulesen in der angehängten Datei. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Wir fordern, dass der Nationalpark Senne in den Entwurf des Regionalplans als Zielaussage sowohl in textlicher als auch in zeichnerischer Form verbindlich aufgenommen wird.

Mit dem Regionalplan soll ein Klimapakt OWL als die richtige Antwort auf die zukünftigen Erfordernisse bis 2040 – vor dem Hintergrund der Klimaneutralität bis spätestens 2050 – aufgestellt werden. Das betrifft z.B. die Bereiche Klimaeffizienz beim Bauen, klimaneutrale Energieversorgung, Erhalt von Mooren und Wäldern als Kohlenstoffspeicher. Dieses können wir im vorliegenden Entwurf nicht erkennen!

Der vorgelegte Plan stellt unserer Meinung nach nur eine Angebotsplanung mit einem deregulierenden Ansatz dar. Es ist deutlich zu erkennen, dass der Entwurf hinsichtlich der Ziele und Grundsätze weit hinter den Regelungsinhalten der gültigen Regionalpläne zurückbleibt. Eine klare Zukunftsvision für die Region bietet er nicht.

So fehlen uns beispielsweise klare Zielvorgaben für den Umgang mit den Schutzgütern Boden & Wasser, es fehlt eine Klärung für die Entwicklung des Klimas, des Naturschutzes und im Speziellen Ziele für die Bedeutung des Waldes. Auch fehlen klare Ziele zur Artenschutzstrategie, zur Biodiversitätsstrategie und zur Nachhaltigkeitsstrategie in der Region OWL.

Ein paar Details aus unserer Stellungnahme:

Im Bereich Wald gibt es keinerlei Zielfestlegungen zur politisch allgemein geforderten Waldwildnisentwicklung. Dies müsste im Bereich „Freiraum“ des Planes dargelegt werden.

Wir finden, dass im Vorfeld einer Nationalparkausweisung ein Modellvorhaben „Nationales Naturerbe“ Senne mit Waldwildnisentwicklung im Regionalplan als Ziel festgeschrieben werden muss und, dass dies in Zusammenarbeit mit der BIMA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) bereits heute schon verwirklicht werden kann.

Die Bedeutung der Senne als Hotspot der Biodiversität erfordert es, dass dieses Gebiet als Vorranggebiet, d.h. als Gebiet zum Schutz der Natur mit einem Symbol Nationalpark als Ziel der Raumordnung und Landesplanung dargestellt werden muss.

Ein weiterer wichtiger Punkt, die Senne als Nationalpark festzuschreiben, ist deren Bedeutung als wichtiger Grundwasserspeicher für die Wasserversorgung der Städte Bielefeld, Detmold, Paderborn und darüber hinaus. Die öffentliche Wasserversorgung und damit die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung ist sehr langfristig vor qualitativen und quantitativen Belastungen zu schützen.

Die Formulierung zur Senne ist eher unverbindlich: „Hierdurch werden für eine nachfolgende Unterschutzstellung die verschiedensten Optionen (Nationalpark, Naturschutzgebiet, Teil einer Biosphärenregion) offengehalten“. Eine eindeutige Festlegung können wir dem nicht entnehmen.

Im Bereich der alternativen Energieversorgung stellen wir große Lücken fest und erkennen dazu kein schlüssiges Gesamtkonzept. Der Regionalplan OWL soll für die  Zukunft Flächen für die Nutzung der Wind- und Solarenergie besonders konfliktarm entwickeln. Dazu bedarf es unserer Meinung nach klarer Regeln und Kriterien in Form von Zielformulierungen. Die Gebietskulisse eines zukünftigen Nationalparks ist aufgrund der hohen ökologischen Wertigkeit und Schutzwürdigkeit hier eher ungeeignet.

Unsere vollständige Textfassung der Stellungnahme finden Sie als pdf-Datei hier:

Die diesbezügliche Pressemitteilung finden Sie ebenfalls als pdf-Datei hier: