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23. April 2008

Bemerkenswerte Flugobjekte im Frühlingswald: Wollschweber (Bombyliden)

WollschweberSie sehen aus wie eine Kreuzung zwischen Hummel und Kolibri – und sind doch Fliegen. Aber wie Kolibris ernähren sie sich im Schwirrflug stehend vor Nektar-spendenden Blüten – besonders im Frühjahr. An sonnigen Stellen im Wald oder Garten sieht man sie an den Blüten der Frühblüher.

Der lange starre Saugrüssel gleicht einem Schnabel. Er ist fast so lang wie das ganze Insekt.  Und an Hummeln erinnert der pelziger Rumpf. Mit Hummeln haben sie auch insofern etwas zu tun, als sie bei deren Verwandten Eier ans Nest legen. Daraus schlüpfen Larven, die auf ihren kurzen Beinchen in das Nest der Wirtsart krabbeln und dort zunächst Vorräte (Pollen, Nektar) stehlen. Dann verwandeln sie sich in fette Maden und  fressen die Brut auf. Über Winter verpuppen sie sich, um im nächsten Frühjahr frischgeschlüpft mit  ihren Flugkünsten aufzuwarten: Blitzschneller Flug und dann in der Luft stillstehen wie eine Schwebfliege. Die Flügel schlagen so schnell, dass mit bloßem Auge nur ein Schimmer wahrnehmbar ist. Nur ein sehr kurzer Elektronenblitz hält den bewegten Flügel im  Bild fest.

Die Gruppe der Wollschweber ist weltweit mit vielen hundert Arten vertreten. Die Pollen- und Nektar-fressenden Arten sind zum Teil wichtige Bestäuber für Blütenpflanzen, andere Arten leben von Aas. Bei uns ist der große Wollschweber (Bomylus major, ca. 1cm „groß“) eine im April häufige Art, die auch überall in der Senne zu finden ist.

23. April 2008

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