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15. Januar 2007

Geographie der Senne

Fällt heute der Name „Senne“, denken die meisten wohl direkt an den Truppenübungsplatz mit seinen Kopfsteinpflasteralleen, lichten Kiefernwäldern und weiten Heidelandschaften. Doch Ortsnamen wie Sennelager, Sennestadt oder Senne I/II, außerhalb des Übungsplatzes gelegen, lassen bereits erahnen, dass sich hinter „Senne“ mehr verbirgt.

Die Senne-Region bezeichnet das gesamte Gebiet, das sich auf einem mächtigen Sandkörper (einem so genannten Sander) befindet. Mit dem Schmelzwasser eines Gletschers der Saale-Eiszeit wurden die Sandmassen in den Bereich der heutigen Senne transportiert und dort in mächtigen Schichten abgelagert.

Die Sandfläche wurde im Verlauf der Jahre durch Wind- und Wasserabtrag (Erosion) immer wieder überformt. Erst langsam konnte sich eine schützende Pflanzendecke entwickeln, die dem nährstoffarmen Sandboden gewachsen war.

Eine präzise Abgrenzung zu anderen Naturräumen fällt aufgrund fehlender klarer Trennlinien zwar schwer, aber das Gebiet zwischen den Städten Bielefeld, Detmold, Paderborn und Gütersloh kann allgemein als Senne bezeichnet werden. Im Osten grenzt der Teutoburger Wald, im Süden die Paderborner Hochfläche und im Osten der Delbrücker Rücken an.

Diese etwa 250 km² große Fläche wird wiederum in das Friedrichsdorfer Drumlinfeld im Norden, die Obere (Trockene) Senne im Südosten und die Untere (Feuchte) Senne im Südwesten gegliedert.

Der Truppenübungsplatz im Südosten nimmt mit seinen ca. 110 km² somit nur weniger als die Hälfte der gesamten Fläche der Senne ein. Und nicht nur seine direkt anliegenden Gemeinden, sondern auch die weiter entfernten Ortschaften Windflöte, Liemke oder Schloß Holte liegen eigentlich noch in der Senne.

Die Planungen für einen Nationalpark Senne beschränken sich im Kern auf die Flächen des Truppenübungsplatzes Senne. Zusätzlich bestehen Überlegungen gegebenenfalls auch angrenzende Naturschutzgebiete und den Standortübungsplatz Stapel in das Schutzkonzept mit einzubeziehen.

Besiedelte und landwirtschaftlich genutzte Flächen sollen bei einer Ausweisung zum Nationalpark nicht berührt werden. Mit der Nationalparkregion wird im Folgenden die Region verstanden, die von einem Nationalpark profitieren wird.

15. Januar 2007

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